Zeit, einen Gang runter zu schalten

Wie sagt man so schön? Reisen erweitert den Horizont. Man hat Zeit zu reflektieren und altbekannte Muster und Vorgehensweisen zu hinterfragen. Das ist auch bei Christiane und mir der Fall. Und nach gut zweieinhalb Monaten fern der Heimat haben sich bei uns bereits einige Blickwinkel verändert und Erkenntnisse eingestellt.

Meine bis jetzt wichtigste Erkenntnis: Urlaub machen und Reisen ist nicht das Gleiche!
Ja, das klingt für die daheimgebliebene, größtenteils arbeitende Bevölkerung jetzt vielleicht etwas komisch, ist aber so (zumindest aus unserer Sicht ?).

Im Herbst haben wir die finale Entscheidung getroffen, unsere Jobs zu kündigen und eine zeitlang nur zu reisen. Und auch wenn wir möglichst flexibel sein wollten, wollten wir auch das meiste aus unserer Zeit machen und natürlich möglichst viel sehen. Aus diesem Grund habe ich bei der Planung vor allem auf meine Erfahrungen aus den beiden vorangegangenen Roadtrips in Neuseeland zurückgegriffen. In Neuseeland waren wir an jedem Tag an einem anderen, „perfekten“ Ort. Das war während unserer beruflichen Tätigkeit einfach super zum runterkommen! Denn durch die vielen Eindrücke hatten wir gar keine Zeit gedanklich zur Arbeit zurückzukehren. Verarbeitet haben wir diese Eindrücke allerdings erst später, als wir wieder zu Hause waren. Also war es für mich logisch, diese positiven Eindrücke auf die Planung für unsere ersten drei Roadtrips in Australien (Tasmanien, Kangaroo Island und von Adelaide nach Sydney) zu übertragen.

Doch nach nun fast 80 Tagen auf der Straße, hat sich (zumindest bei mir) die Erkenntnis eingestellt, dass wir das Tempo aus unseren „normalen“ Urlauben so nicht weiter durchhalten können. Denn die Zeit zum Verarbeiten der Erlebnisse fehlt mir ganz einfach.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht, die alten, bekannten Verhaltensmuster abzulegen. Schließlich gilt es erstmal den Kampf gegen FOMO – fear of missing out (Die Angst etwas zu verpassen) – zu gewinnen. Denn natürlich hat man immer im Hinterkopf, dass man diesen Ort vielleicht nur einmal in seinem Leben besucht. Und natürlich könnte man dann auch noch eben diese eine, weitere Sehenswürdigkeit besuchen, oder? Oder ist da eh immer noch eine weitere Sehenswürdigkeit die man zwangsläufig verpasst? Und wenn Reisen, wie oben beschrieben, den Horizont wirklich erweitern soll, muss man sich dann nicht auch wirklich bewusst die Zeit nehmen zu reflektieren?

Wir wollen unsere acht Monate auch nicht nur nutzen, um zu reisen und auf der Straße zu sein. Auch Dinge, für die uns in den letzten Jahren häufig einfach die Zeit fehlte, stehen nun fast immer auf unserer täglich To-Do-Liste. Wir wollen uns mit anderen Reisenden austauschen, Bücher lesen, bloggen und haben beide angefangen mit Spanisch eine weitere Fremdsprache zu lernen ☺️.

Also wird es Zeit, zukünftig unser Tempo zu drosseln und richtig mit dem Reisen zu beginnen. Weniger ist mehr… es ist halt kein UrlaubsSPRINT sondern ein ReiseMARATHON.

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